34. Regionaltreffen West in Luxemburg

Das war eine Freude als sich die Mitglieder des VDPAG Region Westdeutschland in diesem Jahr wieder sahen. 42 Freundinnen und Freunde aus  den Gilden trafen sich am 17. April vor dem Hotel „Zum Mühlengarten“ im an der Grenze zu Luxemburg gelegenen Weinort  Nittel an der Mosel zum 34. Regionaltreffen West.

Das Treffen stand für 3 Tage unter dem Motto: „LegendäresLuxemburg“,  auf Vorschlag unserer Luxemburger Altpfadfinderfreundinnen und -freunde vom Verband der „Letzeburger Guiden un Scouten“. Ginette, Josée und Lucienne hatten sich mit der Vorbereitung viel Mühe gemacht und dafür ein herzliches Dankeschön.  

Direkt nach Ankunft und Begrüßung stiegen alle in den komfortablen Reisebus, den die Gruppe  aus Saarlouis gechartert hatte und ab ging es ins nördliche Luxemburg. Ziel dieses ersten Tages war die von Wäldern und Hügeln umgebene, in den Ardennen gelegene Stadt Clervaux. Dort angekommen, machte sich die Gruppe auf zur Besichtigung der Benediktinerabtei St. Mauritius und St. Maurus. Eine Führung brachte den aufmerksam Lauschenden  die  Geschichte des Klosters näher, daß von französischen Benediktinern von der Loire im 19. Jahrhundert gegründet wurde.

Anschließend ging es zum Chateau de Clervaux, einer beeindruckenden und beliebten Sehenswürdigkeit in der Stadt. Von dort blickte man auch auf die  schöne Altstadt. Sehr geschmackvoll renoviert, präsentierte sich das Schloss dem Besucher. Das Chateau beherbergt eine Ausstellung von 22 Modellen der Schlösser und Burgen  Luxemburgs, ein  Museum der Ardennenoffensive und die  Dauer-Ausstellung „Family of Man“ mit Fotos des Luxemburger Fotografen Edward Streichen. Letztere war  am Ausflugstag geschlossen und konnte leider nicht besichtigt werden.

Informiert mit viel Geschichte und Geschichten sowie besten Eindrücken und nach  einem Bummel durch die malerische Altstadt von Clervaux, traten alle die Rückfahrt zum Hotel an. Einen kurzen Blick konnten Interessierte dann noch bei einem kleinen Stopp auf das Chateau Burscheid erhaschen. Der  eindrucksvolle erste Reisetag  endete mit  einem guten gemeinsamen Abendessen, reger Unterhaltung und  Lieder singen mit Gitarrenbegleitung.

Der  2. Tag der Fahrt startete nach dem Frühstück und der von Wato gestalteten, gewohnten Morgenrunde mit einer Führung durch die Hauptstadt Luxemburg, die seit vielen Jahren zum UNESCO-WELTKULTURERBE gehört. Mit einer Gästeführerin ging es zunächst zur Besichtigung der Kirche St. Jean (Hl. Johannes) im Stadtgrund. Dort steht die Muttergottes in Not, die „schwarze Muttergottes“. Leider konnten wir nicht in die Kathedrale gehen, da diese wegen den Vorbereitungsarbeiten für die Oktave – Pilgerzeit zur Maria, Trösterin der Betrübten, geschlossen war. Unser Stadtrundgang führte durch die Fußgängerzone zum Regierungsviertel und dem großherzoglichen Palais. Der Weg führte uns weiter zur Kirche St. Michael, einer der ältesten Kirchen der Stadt Luxemburg. Nach der Besichtigung war Zeit, um vom „schönsten Balkon Europas“ (Corniche) in der Ober-Stadt die Aussicht auf die Unter-Stadt zu genießen. Beeindruckend, der sagenumwobene Bockfelsen und die während der vergangenen Jahrhunderte angelegten Kasematten. Eine lebendige, quirlige Stadt, in der viele Kulturen friedlich miteinander leben. Die folgende Fahrt mit dem „Bähnli“ (Pétrusse Express) durch die verschiedenen Quartiere, vorbei an historischen Stätten der Stadt, machte den vielfältigen Eindruck für alle komplett.

Doch dieser Tag bot allen „Pfadis“ noch ein weiteres Highlight: die Luxemburger Pfadfinderfreunde und -freundinnen luden ein zum Keltenhaus im Native Village Neiheischen, dem Pfadfinderzentrum von Luxemburg. Der Anblick bei Ankunft im Camp ließ jedes Pfadfinderherz höher schlagen ob der unerschöpflichen Möglichkeiten, die hier besonders junge Pfadfinder vorfinden. Im einzigartigen Keltenhaus, das einmal im Eigenbau errichtet wurde, brannten zwei Feuerstellen, die die Lebensweise in und mit der Natur vergangener Epochen anschaulich machte. Hier hatten sich die Luxemburger Freundinnen und Freunde mit großem Engagement angestrengt, um ihren Gästen einen rundum gelungenen Nachmittag zu gestalten. Im inzwischen etwas „rußgeschwängerten“ halbdunklen Innenraum stand eine schmackhafte und kräftige Gemüsesuppe, die “Bounenschlupp“, ein Luxemburger Nationalgericht,   zur Stärkung bereit. Es fehlte auch nicht an Kaffee und den von unseren Luxemburgern selbst gebackenen legendären Waffeln, einer luxemburgischen Köstlichkeit, wie unisono bestätigt wurde. Wein und Wasser löschten den Durst und gaben Kraft beim Gang über das Gelände, das an vielen Stellen die kreativen Seiten  des Pfadfindertums nacherleben ließen.

Und nicht zu vergessen, die Ausstellung gesammelter Kräuter und deren Verwendung, die zwei keltisch gekleidete Pfadfinderfrauen zur großen Freude aller spannend darboten. Da durften „Kräuterschnäpschen“ gekostet und deren Zusammensetzung erraten werden sowie ganz persönliche Kräutermischungen für einen Badezusatz zusammengestellt und mitgenommen werden. Natürlich durfte auch das gemeinsame Liedersingen nicht fehlen, an dem sich fast alle gerne und „stimmgewaltig“ beteiligten. Mit großem Applaus und ebenso großem Dank an die Initiatoren und ihre Helferinnen verabschiedete sich die Gruppe und trat die Rückfahrt an.

Auch der zweite Tag der Tour endete mit einem köstlichen gemeinsamen Essen und Singen in gemütlicher Runde im Hotel „Zum Mühlengarten“.

Der dritte und letzte Tag begann mit dem angekündigten Ausflug in die „Kleine Luxemburger Schweiz“. Auf die Morgenrunde musste aus Zeitgründen leider verzichtet werden. Es ging zum letzten Ziel, dem Chateau de Beaufort  (Schloss Befort) im Grand-Duché du Luxemburg. Dort erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel Interessantes über die Geschichte des Schlosses mit der Burgruine, ihre verschiedenen Baustile sowie über die letzten Bewohner des Schlosses. Wieder war ein beeindruckendes Ensemble mittelalterlicher Schlossbaukunst zu bewundern. Nicht nur die Baustile des Schlosses wurden erklärt, auch die ehemalige Brennerei, Konservenfabrik und Stallungen, in denen die Besucher u.a. noch drei Gespanne (Kutsche, Landauer und Kufenkutsche) sowie altes Arbeitsgerät bestaunen konnten. Auch die Wohnräume der letzten Eigentümerin des Schlosses, die, weil ohne Nachkommen, das ganze Ensemble nach dem Tod der letzten Besitzerin 2012 dem Staat Luxemburg vermachten, waren sehenswert.

Heute noch werden im Schloss Liköre gebrannt und verkauft. Die Brände sind Naturprodukte ohne chemische Zusätze. Das bekannteste Erzeugnis ist der Cassero, ein Likör aus schwarzen Johannisbeeren, zu dessen Verkostung alle eingeladen waren.

Den Abschluss des dritten Tages bildete nach der Fahrt durch das wildromantische Müllertal der Besuch  des durch die Springprozession bekannten  Echternach, der ältesten Stadt Luxemburgs, in der luxemburgischen Schweiz gelegen. Der Fluss Sauer, an dem die Stadt liegt, bildet die Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland. Zu sehen gab es hier im Museum für das ehemalige Skriptorium den „Codex Aureus Epechtaniensis“ (die vier Evangelien in kunstvoller Handschrift) und die St. Willibrod Basilika, eine Kirche mit schlichtem Innenraum, der ohne abzulenken zur Andacht einlädt. Einzigen „Schmuck“ bilden die sehr kunstvoll gestalteten Fenster. Doch des Schauens auf der ganzen Reise inzwischen „müde“, nutzten viele  Pfadis auch einfach nur  die Möglichkeit in den verwinkelten Gassen der Altstadt in Muße einen Kaffee, ein Eis oder nur auf einer Bank sitzend, die Sonne zu genießen.

Mit einem Gala Menü im Hotel und dem Schlusskreis auf der Wiese des Hotels mit dem schönen Lied „Nehmt Abschied….“ ging das 34. Regionaltreffen der Altpfadfinder der Region Westdeutschland zu Ende.

Nach großer Verabschiedungstour, einem noch größeren persönlichen Dankeschön an die Luxemburger Pfadfinderfreundinnen und -freunde und dem Versprechen, das nächste Mal – beim 35. Treffen –  vielleicht im Raum Seligenstadt – wieder mit dabei zu sein, traten alle die Heimreise an.

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